Workshop Schuhmacherhandwerk

Tennenbronner Grundschüler erleben Handwerk im Heimathaus

Schuhmacher Alfons Moosmann wird zum Lehrer

Ob beim Einschlagen von schmiedeisernen Nägeln oder beim Walken von Leder in der Walzenpresse, die Schüler der Tennenbronner Grundschulklasse 4 waren mit Eifer bei der Sache.

Der Schulunterricht wurde an diesem Tag vom Klassenraum ins Tennenbronner Heimathaus verlegt. Hautnah und praktisch erlebten dort die Schüler im Rahmen des Faches Menschen Natur und Kultur (MNK) in der originalen Schuhmacherwerkstatt im Tennenbronner Heimathaus, wie früher die Schuhe handwerklich vom Schuhmacher noch selbst hergestellt wurden. Die Schüler verfolgten nicht nur die interessanten Erzählungen aus der Lebensgeschichte des alten Schuhmacher Alfons Moosmann, sondern durften selbst mit Hand anlegen. Alfons Moosmann lernte das Schuhmacherhandwerk vor fast 70 Jahren. Als 14-jähriger begann er 1942 mit der Lehre. Nachdem er 1945 noch als Soldat eingezogen wurde, legt er nach der Gefangenschaft seine Gesellenprüfung ab und arbeitete anschließend im Schuhhaus Kupferschmid in St. Georgen. „Dort waren wir 6 Schuhmacher“, erinnerte er sich. 1951 richtete er sich in Tennenbronn eine eigene Werkstatt ein, obwohl es in Tennenbronn keinen Mangel an Schuhmachern gab. “Wir hatten über 20 Schuhmacher im Ort“, erinnert sich Alfons Moosmann. Mit seinem alten Handwerkzeug, auf seinem alten Schuhmacher-Dreibeinhocker , freute sich der alte Schuhmacher sichtlich über das Interesse der Schüler. Mit viel Geschick und seiner großen Erfahrung zeigte er den Schülern, wie mit Leiste, der Brandsohle und der Sohle ein Schuh entsteht. Dabei durften die Schüler mit Hand anlegen und sogar mit alten Holznägeln den Lederschaft an der Sohle befestigen.  „Des isch ja geil“ hörte man einen Schüler zwischendurch begeistert rufen.

Während die eine Gruppe somit das alte Handwerk durch aktives Tun erlebte, wurde die zweite Gruppe im Multimediaraum von Karl-Heinz Moosmann betreut. Karl-Heinz Moosmann ist als ehemaliger Lehrer für die Kooperation zwischen dem Heimathaus und der Tennenbronner Grundschule zuständig und hatte die Unterrichtseinheit professionell vorbereitet.  Ein Film von der historischen Schuhherstellung bis zur heutigen vollautomatisierten Fertigung war die Grundlage für verschiedene Arbeitsaufgaben und Arbeitsblätter, welche die Schüler in Gruppen oder einzeln erarbeiteten mussten.

So dankten am Schluss die begeisterten Schüler mit ihrem Klassenlehrer Günter Haas ganz herzlich für den spannenden Unterricht im Heimathaus. Mit einem Eintrag ins Gästebuch verabschiedeten sich die Schüler von einem ganz besonderen Unterrichtserlebnis.

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