Auerhuhn und Auerhahnjagd

Wieso die Fürstenberger in Tennenbronn Auerhähne schossen

Martin Grießhaber bei seinem Vortrag
Bild: Martin Grießhaber bei seinem Vortrag

Martin Grießhaber hat sich sehr lange mit dem Thema Auerhahnjagd beschäftigt. Es entstand in dieser Zeit der Auerhahnweg, ein Buch über die Auerhahnjagd in Tennenbronn, eine kleine Ausstellung im Heimathaus und ein Vortrag, in dem er seine Erkenntnisse zusammenfasste. Er stellte die geschichtlichen Zusammenhänge an den Beginn seines Vortrags. Die Hohe Jagd (Jagd auf Hirsch, Bär, Auerhahn,..) war ein Privileg, das eigentlich dem Hochadel vorbehalten war. In Schramberg ging dieses Recht von den Herren von Falkenstein auf die Herren von Schramberg über. Gleichwohl gab es immer wieder Streitigkeiten mit Rottweil. Das Haus Fürstenberg kommt erst ins Spiel, als das Recht der Hohen Jagd nach Napolen abgeschafft wurde. Jetzt rückte der Auerhahn als einzig verbliebenes Tier der ursprünglichen hohen Jagd ins Interesse der wolhabenden Jäger und so pachtete das Haus Fürstenberg Auerhahnjagden zu, unter anderem auch Jagden in Tennenbronn. Die Blütezeit der Auerhahnjagd in Tennenbronn war in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, wo jährlich bis zu 20 Auerhähne geschossen wurden, ohne dass der Bestand darunter litt.

Die Jagdsaison war Anfang Mai nachdem die Auerhennen begattet waren (Tretakt). Auerhähne wurden auf den Balzplätzen geschossen, nachdem zuvor die "Auerhahnverhörer" den Bestand auf den einzelnen Balzplätzen ermittelt hatten, erfolgte im Fürstlichen Jagdamt eine Einteilung welcher Jagdgast mit welchem Verhörer auf dem zugewiesenen Balzplatz einen Auerhahn erlegen durfte. Prominentester Jagdgast war in Tennenbronn Kaiser Wilhelm II, der am 9. Mai 1908 auf der Falkenhöhe drei Auerhähne schoss. Den Detaillierten Aufzeichnungen des Fürstlich Fürstenbergischen Archivs ist es zu verdanken, dass wir heute noch so ausführliche Unterlagen zur Verfügung haben, so dass die grobe Lage der Auerhahn-Balzpätze in Tennenbronn rekonstruiert werden konnten. Gleichzeitig blieben viele Informationen über Auerhahnverhörer, Übernachtungsquartiere der Jagdgäste erhalten, so dass Martin Grießhaber den Besuchern ein gutes Bild der damaligen Auerhahnjagd vermitteln konnte.

Der Vortrag ist für den persönlichen Gebrauch auf DVD über die Projektgruppe Heimathaus erhältlich.

Vortrag im vollbesetzten Pfarrsaal Der Referent: Martin Grießhaber


Das Buch zum Thema:

Zum Artikel aus dem Archiv des Schwarzwälder Bote

Auerhahn und Auerhahnjagd

Das Buch beschreibt die geschichtliche Ausgangslage der Wälder rund um Tennenbronn und erklärt, wieso gerade das Fürstenhaus zu Fürstenberg in Tennenbronn Auerhähne jagte, wo sie doch hier niemals Grundbesitz hatten. Neben einem Einblick in das Leben der Auerhühner wird vor allem die Auserhahnjagd in Tennenbronn, beginnend an den Balzplätzen, die Funktion der Auerhahnverhörer und die Übernachtungsquartiere, sowie dier perfekte Jagdorganisation des Fürstenhauses beschrieben. Selbst Kaiser Wilhelm II war als Jagdgast in Tennenbronn.

Restexemplare des Buches sind bei Martin Grießhaber (07729 929288) noch erhältlich.


Pressespiegel:

Zum Artikel aus dem Archiv des Schwarzwälder Boten

Aus: Schwarzwälder Bote vom 05. 04. 2018 von Lothar Herzog

Einst Zentrum des Auerwilds

Die Wälder Tennenbronns sind im vorigen Jahrhundert ein Zentrum des Auerwilds gewesen. Deutlich wurde dies beim Vortrag der Projektgruppe des Heimathauses.  mehr

Impressum

© by Projektgruppe Tennenbronner Heimathaus - Hauptstraße 26 - 78144 Schramberg Tennenbronn.