Die Ramsteiner Pfanne

In die  Rubrik „Tennenbronner Brauchtum“  gehört z.B. auch das Thema Dialekt und gehören  die speziellen Redensarten, die hier bei uns üblich sind, z..B. der Ausdruck „Ramsteiner  Pfanne“.                       

Alte Tennenbronner sprechen, wenn jemand verspätet zu einer Verabredung erscheint, von der „Ramsteiner Pfanne“, die an der Verspätung schuld sei. Nach Aussage von Albin Pfundstein vom Purpen hat es mit dieser Redewendung folgende Bewandtnis: In alter Zeit herrschte auf den Höfen und Taglöhnergütchen in Tennenbronn große Armut. Oft wohnten mehrere Familien unter einem Dach, nutzten die gleiche Küche und benützten teilweise sogar das gleiche Kochgeschirr.

Angeblich soll es damals speziell auf dem Ramstein nur eine große Pfanne  zum Braten und Kochen gegeben haben, die von mehreren  Familien genutzt wurde. Da die Nutzung nicht zur gleichen Zeit möglich war, musste zeitversetzt gegessen werden. So konnte es vorkommen, dass an Tagen, an denen draußen auf dem  Feld saisonbedingte Arbeiten anstanden und sich überall die Bauern fast zeitgleich daran machten, die notwendigen Arbeiten anzupacken, der eine oder andere Bauer fehlte, bzw.  erst verspätet mit der Arbeit anfing. Warum ? Weil seine Bäuerin als Letzte an der Reihe war, die gemeinsame große Pfanne nützen zu können. „Selli hot di Ramsteiner Pfann ghet“ spötteln seither die Tennenbronner, wenn jemand zu spät kommt.               

Alfred Kunz / Alwin Pfundstein

Bild: Küche alten Stils, Poster im Tennenbronner Heimathaus

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