Ein kühler grauer Morgen mit Nieselregen hielt rund 25 Gäste nicht davon ab, am Sonntag, den 18.10.2026 zu einer historischen Wanderung um den Tennenbronner Mittelberg aufzubrechen. Das Heimathaus und der Schwarzwaldverein hatten dazu eingeladen, um das Gehörte beim Vortrag am vorhergegangenen Mittwoch zu vertiefen oder neu zu erfahren. Auf zwei Streckenlängen von 10 und 7 Kilometern gab es von den Heimathaus-Mitgliedern Bernhard Fleig und Fritz Wöhrle viel Wissenswertes zu hören. Als „Local-Guide“ war auch der am Mittelberg aufgewachsene Hans Obergfell dabei und konnte unter anderem von seiner Zeit als „Hirtebue“ auf dem Stoffeleshof erzählen.

 

Beide Touren starteten an der Festhalle. Die längere Runde unter Leitung von Bernd Scheer hatte eine Zusatzschleife eingebaut und ging hinab bis zur Furt zwischen Koppenmühle und Bachwirtschaft. Diesen historischen Übergang über die Schiltach konnte Bernhard Fleig mit einer alten Landkarte belegen. Dann ging es steil hinauf auf den östlichsten Haus am Mittelberg und von dort über das Wintermoos zum Kohlplatz, wo man mit der von Fritz Wöhrle geführten Gruppe der kürzeren Strecke zusammentraf.

 

Gemeinsam stieg man nun hinauf zum Eckle, einem idyllischen Wohnplatz inmitten von Wald oben auf dem Mittelberg. Das Eckle gehörte einst zum großen Langenbacherhof, der nach dem Verkauf in viele kleine Parzellen zerstückelt wurde. Beim Abstieg lud die Familie Bösinger vom Stoffeleshof die gesamte Wandergruppe zur Mittagsrast in ihre noch alt erhaltene Bauernstube ein. Dort saß auch die „Eckle-Gertrud“ am wohlig geheizten Kachelofen und erzählte von ihrer beschwerlichen Kindheit, wo zeitweise das Wasser noch in Eimern hinaufgetragen werden musste.

Zur Historie des Straßerhofes am westlichen Rand des Mittelbergs hatte Bernhard Fleig noch Wissenswertes zu berichten, ehe über den Holzabfuhrweg der Abstieg nach Tennenbronn fortgesetzt wurde. Hier traf man an der „großen Grub“ auf ein noch sichtbares Zeichen des Bergbaus am Mittelberg vor 500 Jahren. Mineralien-Spezialist Fritz Wöhrle erklärte vor dem Grubeneingang,

welche Bedeutung der Bergbau in Tennenbronn und in der umliegenden Region einst hatte und wie auf dem Abraum der später für tolle Waldfeste genutzte Platz entstand. Bei der Dorfkilbe des Musikvereins Frohsinn in der Festhalle klang die gelungene historische Wanderung aus.