„Naturschutz in die Köpfe pflanzen“, so könnte man die Aufgabe bezeichnen, die sich die Umweltgruppe Tennenbronn vor knapp 40 Jahren stellte und heute als „BUND-Schramberg“ weiter- verfolgt. In einer Sonderausstellung im Tennenbronner Heimathaus blickte die Gruppe am vergangenen Sonntag, den 13. September, auf ihre engagierte und ereignisreiche Geschichte zurück.
„Mitglieder der ersten Stunde“ zählen auch heute noch zu den Identifikationsfiguren der Umweltgruppe. So Reinhard Günter, der vor voll besetzten Stuhlreihen die Geschichte der Umweltgruppe erklärte. Sie begann am 6. April 1987 mit einer Versammlung Gleichgesinnter im Gasthaus Linde mit dem Ziel, die Tennenbronner Bürger für den Umweltschutz zu sensibilisieren, Missstände zu benennen und Tipps für den Alltag zu geben. In der damaligen Zeit mit innerhalb der Gemeinde verhärteten kommunalpolitischen Fronten blieb die Einmischung darin nicht aus. Mitglieder von Umweltgruppe, SPD und ÖDP gründeten 1989 die Fraktion der BDU Bürger für Demokratie und Umwelt und waren seither im Gemeinderat vertreten.
Reinhard Günter betonte, dass vieles erreicht wurde und über Umweltprobleme von einst heute kaum mehr gesprochen wird: Waldsterben und saurer Regen, das Ozonloch, Smogalarm und verschmutzte Flüsse scheinen gelöst. Dazu haben Vorschriften und Gesetze beigetragen, die durch Umweltverbände initiiert und von den Parteien umgesetzt wurden. „Ohne Regulierung geht es nicht“, betonte er – ungezügelte Wirtschaft geht den billigsten und bequemsten Weg, nicht selten zu Lasten der Umwelt. Die Rolle der Umweltgruppen ist auch in Zukunft wichtig, denn der Klimawandel schafft neue Herausforderungen und etliche alte Probleme wurden nur in ärmere Länder in Asien und Afrika verlagert.
Die Tennenbronner Umweltgruppe blieb ihren Gründerzielen treu und vor Ort mit vielerlei Aktionen und Angeboten im Gespräch: Wertstoffsammlungen, Fahrradmärkte, Kinderferienprogramme, Naturlehrpfad und insbesondere der beliebte Schmetterlingspfad haben zum sehr positiven Image beigetragen. Seit fünf Jahren ist der lose Verbund nun als BUND-Ortsgruppe Schramberg vereinsmäßig organisiert und die zweite Generation hat die Führung übernommen.




