Der „Berg in der Mitte“ Tennenbronns spielte die zentrale Rolle im Vortrag von Heimathaus-Mitglied Bernhard Fleig am vergangenen Mittwoch, den 14.10.2026, im kath. Pfarrsaal in Tennenbronn. Rund 70 Gäste waren gekommen, um spannende Fakten und auch Mutmaßungen über die Bedeutung des Mittelbergs in längst vergangenen Zeiten zu hören. Dass dort auch noch Spuren von Bergbau vor 500 Jahren zu finden sind, wusste Fritz Wöhrle zu berichten.
Eine Besonderheit am Mittelberg ist die Lage der Höfe, erläuterte Bernhard Fleig. Anders als in vielen anderen Zinken reichen ihre Grenzen nicht über das Tal des Bächleins „Kurze Schilta“, heute Unterschiltach genannt, hinüber. Die Hofgrenzen und die Bezeichnungen der einzelnen Teilstücke sind auf der alten Gemarkungs-Karte aus dem Jahr 1909 aufgeführt. Auch standen die ursprünglichen Hofgebäude nicht wie üblich am Quellhorizont, sondern im Talgrund. Beispiele dafür sind der ehemalige Stoffeleshof und der Strasser-Hof.
Anhand von alten Landkarten und Aufzeichnungen sind die großen Urhöfe – auffallend oft im Besitz von Frauen – in der Region am Mittelberg auszumachen, aus denen durch mannigfaltige Teilungen die heutigen Anwesen hervorgingen. Im Hornberger Lagerbuch von 1591 taucht der schmale Streifen des sogenannten „Löchle“ als „schrambergisch zinsbarer Hof“ auf. Seine obere Grenze erreicht er am höchsten Punkt des Mittelbergs auf dem „Eckle“ beim „Wasserstein, so ein Markstein ist“. Der Stein ist heute nicht mehr auffindbar und auch seine außergewöhnliche Bezeichnung nicht erklärbar. Er spielte als Grenzpunkt für gleich drei Höfe aber offenbar eine ganz wichtige Rolle – das Löchle ist der einzige Zugang der Falkenstein-Ramsteiner Linie, ohne die württembergischen Nachbarhöfe betreten zu müssen. Die Erreichbarkeit der Besitztümern spielten im Mittelalter eine wichtige Rolle. Der kürzeste Weg von der Burg Ramstein zum Kloster St. Georgen oder auch nach Villingen führte über den Mertzensteg, die „kurze Schilta“ über die Huob zum Brogen.
Der Nordhang des Mittelbergs wird als „Herrenwald“ bezeichnet und ist bis auf wenige Flecken bewaldet. Diente er den Herrschaften als Jagdrevier und trägt deshalb keine Höfe? Fritz Wöhrle konnte aber über eine andere Nutzung berichten. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts wurde dort Bergbau betrieben und Kupfer- und Eisenerz abgebaut. Die bis heute gebräuchliche Bezeichnung „Große Grub“ für einen Platz am Waldweg deutet auf den Eingang zu einem ca. 150 Meter langen Stollen hin. Später fanden auf diesem Platz Viele Waldfeste der Tennenbronner Vereine statt. Ein vergitterter Eingang am Fuße des Mittelberg hat nichts mit dem Bergbau zu tun, sondern der dahinter liegende Felsenkeller dienste einst der Brauerei des Kronenwirts als Eislager. Nicht immer war der Mittelberg so dicht bewaldet. Nach dem Krieg wurden beim sogenannten „Franzosenhieb“ ca. 4 Hektar für Reparationen abgeholzt und nach Frankreich transportiert.






